2. Lesehäppchen Requiem einer Verlorenen

U-Herrmannplatz2

Sie zog das Handy aus der Tasche und starrte auf das Display. Nichts. Keine Nachricht.
Trotz der abgasgeschwängerten Luft machte sie ein paar hektische Atemzüge und lief weiter. Nur noch ein paar Minuten Fußweg und sie würde zu Hause sein. Und damit in Sicherheit. Für den Moment jedenfalls. Alles würde gut werden. Alles musste gut werden.
Doch so richtig glaubte sie selbst nicht an das, was sie sich da vorsagte und als sie wieder an die möglichen Konsequenzen der aufgeschnappten Informationen dachte, begann sie trotz der Kühle der Nacht zu schwitzen. Panisch beschleunigte sie ihre Schritte und die Schuhe trommelten ein aufgeregtes Stakkato auf dem nachtdunklen Kopfsteinpflaster.