Warum dauert es so lange ein Buch zu schreiben?

Mein Buch ist fast fertig. Warum fast? Warum dauert das so lange?

Das liegt daran, dass ich das Buch mehrfach überarbeite. Denn erst schreibe ich das „Skelett“ und dann kommt der Rest. Wenn dann die Geschichte erzählt ist, fallen mir immer noch mehr Sachen ein, die hineingehören.

Wenn ich also morgens aufstehe, habe ich die tollsten Ideen, wie der Böse noch böser, die Szene noch spannender werden kann. Überhaupt gibt es noch so viel auszufeilen. Das Buch soll wie immer möglichst spannend und kurzweilig sein.

Sisqi drängelt, sie will raus und mein Buch interessiert sie herzlich wenig. Sie sieht mich an mit dem berühmten Dackelblick, der da besagt: Nun ist aber Schluss mit dem blöden Getippe, ich will raus und du brauchst eine Pause.

Wir sind zurück: Es ist heute wieder spät geworden und der Hunger ist riesig. Mmmh, welchen Lieferservice nehmen wir denn?

Herbstknattern

Entspannt wirbele ich mit den Füßen das bunte Laub auf und meine Dackelhündin Sisqi Herbstknatternspringt fröhlich in jeden Blätterhaufen der verschlungenen Zehlendorfer Straßen. Glücklich genießen wir das herrliche Wetter.

Doch dann passiert es. Ein grässliches Geräusch lässt Sisqi erstarren. Ich zucke erschrocken zusammen, runzle verärgert die Stirn. Wer stört denn hier unsere Herbstidylle?

Empört beschleunige ich die Schritte. Wir biegen um die Ecke um zu sehen, wer hier so einen Radau macht. Und da ist er auch schon: Ein Mann der Berliner Stadtreinigung mit einem Laubbläser in der Hand steht auf der anderen Straßenseite und bläst damit das Laub zu großen Haufen. Das macht einen Mordsradau. Geht das nicht auch leiser? Rasch stampfe ich los mit Sisqi im Schlepptau, schnell fort von der Quelle des Lärms.

Doch kaum sind wir dem entkommen, geht es schon wieder los! Noch lauter noch schlimmer … Ein Hausbesitzer steht in seinem Garten und bläst ebenfalls das Laub zusammen.

Wir verziehen uns in den Grunewald.

Zu Hause angekommen, erholen wir uns vom Krach und dem langen Spaziergang. Wir stärken uns mit Tee und einem extra großen Stück Käsekuchen. Na gut – Sisqi reicht der Kuchen.

Gestärkt beschließe ich bei der BSR anzurufen und zu fragen, ob das Laubsammeln nicht auch leiser geht. Kurzentschlossen greife ich zum Hörer und habe auch gleich Erfolg. Sebastian Harnisch, Pressesprecher des Unternehmens, beantwortet geduldig meine Fragen.

Er versichert mir, dass die BSR immer mehr Geräte für das Laubsammeln verwendet, die elektrisch betrieben und entsprechend leiser sind. Für andere Unternehmen oder Privatleute, die Laubbläser benutzen, könne er natürlich nicht sprechen. Die BSR-Beschäftigten würden zudem streng auf die Ruhezeiten achten, die der Lärmschutz vorsieht. Leider gäbe es einige Anwender, die das weniger täten.

Hier muss ich gleich an den Hausbesitzer denken.

Ich fragte ihn, ob es nicht auch ohne Laubbläser ginge und verweise auf den guten alten Besen. Er informiert mich, dass nach wie vor auch Besen und Rechen im Einsatz seien. Allerdings käme es besonders bei feuchtem Wetter darauf an, die Wege zügig vom Laub zu befreien. Dies sei wichtig, um die Rutschgefahr für die Fußgänger zu senken und Unfälle zu verhindern. Und da seien die Laubbläser eben am effizientesten. An trocknen Tagen blieben sie jedoch oft unbenutzt.

Herrn Harnischs Erklärungen beruhigen mich. Zwar sind mir die Laubbläser immer noch zu laut aber wenigstens verstehe ich jetzt, warum sie überhaupt eingesetzt werden.

Ich bedanke mich daher höflich, ziehe wieder die Wanderschuhe an, rufe den Hund und laufe zum Wald. Und jedem Laubbläsernutzer, an dem ich vorbeikomme, schenke ich ein widerwilliges Lächeln.