1. Lesehäppchen Requiem einer Sommernacht

Verzweifelt klammerte sich der Mann an die Lehnen seines Rollstuhls. Draußen herrschte tiefste Nacht, drinnen plärrte der Fernseher. Ihm war schwindlig. Ruhig, nur ruhig, sagte er sich und war sich gleichzeitig der Sinnlosigkeit seiner Worte bewusst.

Gefesselt an das stählerne Gefährt, beobachtete er entsetzt, wie die düstere, vermummte Gestalt auf ihn zukam. Sie war groß und kräftig, viel stärker als er und viel beweglicher. Rasend schlug sein Herz gegen die Rippen. Panisch kniff er die Augen zusammen, um im dunklen Wohnzimmer, das nur vom weißen Licht des Fernsehers erleuchtet wurde, etwas zu erkennen. Dann erblickte er das Gesicht und der Anblick erschütterte ihn bis ins Mark.